ecspand Vertragsmanagement – Leasingverträge: Barwertberechnung

Aufbauend auf meinem letzten Post möchte ich heute die Barwertberechnung für Leasingverträge im Rahmen des #ecspand Vertragsmanagements näher beschreiben.

Die Berechnung des Barwertes für Leasingverträge ist in Excel über die Formel BW möglich:

= BW(Zins;Zzr;RMZ;Zw;F)

Hierbei ist

  • Zins = der Zinssatz pro Periode
  • Zzr = die Anzahl der Zahlungszeiträume
  • RMZ = der Betrag (die Annuität), der in jeder Periode gezahlt wird
  • Zw = der zukünftige Wert/Zielwert der nach der letzten Zahlung erreicht sein soll
  • F = die Fälligkeit der Rate

Leider werden finanzmathematische Formeln in SharePoint 2010 nicht unterstützt.

Die Barwertberechnung kann dennoch realisiert werden. Wir benötigen dazu folgende Metadaten aus einem Leasingvertrag:

  • Leasingrate / Datentyp Zahl
  • Verrechnung p.a. / Datentyp Zahl
  • Vorschüssig / Nachschüssig / Datentyp Boolean
  • Laufzeit in Jahren / Datentyp Zahl
  • Zins100 / Berechnetes Feld, Ausgabe Datentyp Zahl

Die Felder ecs_Laufzeit (in Jahren) und ecs_Zins100 werden für die Formel über Hilfsfelder realisiert.

ecs_Laufzeit =([Laufzeit in Monaten]/12)

ecs_Zins100 =(Zinssatz/100)

Der Bearbeiter gibt die Laufzeit in Monaten und den Zinssatz als nummerischen Wert an.


Als Formel der Barwertberechnung wird folgende Formel zugrunde gelegt:

=(1+ecs_Zins100/[Verrechnungen p.a.])^([Verrechnungen p.a.]/360)*WENN(UND([Vorschüssig / Nachschüssig]=1);(ecs_Zins100+[Verrechnungen p.a.])/[Verrechnungen p.a.];1)*Leasingrate*[Verrechnungen p.a.]*(1-([Verrechnungen p.a.]/([Verrechnungen p.a.]+ecs_Zins100))^([Verrechnungen p.a.]*[Laufzeit in Jahren]))/ecs_Zins100

In Excel gestaltet sich die Formel wie folgt:


Der Barwert wird in der ecspand Vertragsmanagement Oberfläche wie folgt angezeigt:


Neben dem Barwert werden weiterhin noch die Mindestleasingzahlung, der Barwert in % und der Restwert benötigt. Da der Barwert in % auf Basis des Zeitwertes berechnet wird, muss dieser als einfache Dreisatzrechnung berechnet werden.


Die Mindestleasingzahlung wird wie folgt berechnet:

ecs_Mindestleasingzahlung =(Leasingrate*([Laufzeit in Jahren]*12)) / Ausgabe Zahl

ecs_BerechnungBarwertinProzent =((Barwert*100)/Zeitwert)

Interessant ist die Restwertberechnung:

ecs_Restwert =(Investitionssumme-(([Laufzeit in Jahren]*12)*(Leasingrate+[Leasingrate / Service]+[Leasingrate / Sonstiges])))*-1

Für Leasingverträge sind weiterhin noch die Entscheidungen nach der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit und aufgrund von IFRS Grundsätzen interessant. Beide Felder werden wieder über berechnete Spalten auf Basis von Ja/Nein Auswahlfeldern realisiert:

Entscheidung nach Betrachtung der Wirtschaftlichkeit =WENN([Entscheidung nach Betrachtung der Wirtschaftlichkeit (Ja/Nein)];“Ja“;“Nein“)

Entscheidung aufgrund IFRS-Grundsätzen =WENN([Entscheidung aufgrund IFRS-Grundsätzen (Ja/Nein)];“Ja“;“Nein“)


Die Berechnung der Bewertung Operate/Finance Lease wird im Blogbeitrag ecspand Vertragsmanagement – Leasingverträge: Berechnung der Unterscheidung nach IFRS Operate/Finance Lease behandelt.

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ecspand Vertragsmanagement – Leasingverträge: Berechnung der Unterscheidung nach IFRS Operate/Finance Lease

Im einem meiner Vertragsmanagement Projekte muss für Leasingverträge die Unterscheidung nach IFRS in Operate/Finance Lease mit berechneten Spalten als Ergebnis einer WENN/ODER Funktion mit SharePoint Mitteln umgesetzt werden.

Zum Verständnis der Thematik: Laut Wiki –>

IFRS definiert in der Bestimmung IAS 17 eine Unterscheidung in Finance Lease und Operate Lease. Beispielsweise qualifiziert IFRS einen Vertrag als Finance Lease, wobei das Objekt analog dem Mietkauf dem Anlagevermögen des Leasingnehmers zugeordnet wird, wenn der Barwert aller vom Leasingnehmer garantierter Zahlungen aus dem Vertrag 95 % des Objektwertes übersteigt. Eine analoge Bedingung kennt US GAAP für die Klassifikation als Capital Lease, definiert jedoch die Grenze des Barwerts aller garantierter Zahlungen als 90 % des Verkehrswertes des Objektes bei Leasingbeginn.

Finance Leases (Capital Leases) sind wirtschaftlich als Finanzierungskäufe zu werten, während Operate Leases reine Mietverhältnisse darstellen.

Die Rechnungslegung von Verträgen mit Klassifizierung Finance Leases erfolgt wie bei Capital Lease nach US GAAP mit gleichen Nachteilen für den Leasingnehmer.

Ein Leasingvertrag wird nach IFRS als Finance Lease qualifiziert, wenn eine der folgenden fünf Bedingungen zutrifft, ansonsten handelt es sich um Operate Lease:

  • Es erfolgt ein Eigentumsübertrag am Ende der Vertragslaufzeit.
  • Es gibt eine für den Leasingnehmer vorteilhafte Kaufoption am Ende der Vertragslaufzeit. (bargain option)
  • Die Vertragslaufzeit ist 75 % oder mehr der wirtschaftlichen Nutzungszeit des Objektes. (Die Regel spricht nur von major part, was unterschiedlich ausgelegt wird.)
  • Der Barwert aller vom Leasingnehmer zu leistenden Zahlungen (minimum lease payments), berechnet mit dem Effektivzins des Vertrages, beträgt nahezu den Verkehrswert des Objekts bei Vertragsbeginn. (substantially all of fair market value) (meist mit 90 % angesetzt)
  • Es handelt sich um Spezialleasing, das Objekt ist ohne größere Modifikationen für Dritte nicht nutzbar.

Soweit zum Verständnis. In SP2010 beruht somit die Berechnung der Entscheidungsgrundlage auf 5 Spalten:

  • Rechtlicher Eigentümer bei Vertragsende –> JA/NEIN Feld: Rückgabewert Boolean
  • Kauf-/ Übernahmeoption –> JA/NEIN Feld: Rückgabewert Boolean
  • Gegenstand auf Unternehmen zugeschnitten –> JA/NEIN Feld: Rückgabewert Boolean
  • Berechnete Spalte: Beträgt der Barwert der Mindestleasingzahlung mind.90% des Zeitwertes? mit der Excelformel =WENN(Barwert>0,9;1;0) Rückgabewert Boolean
  • Berechnete Spalte: Beträgt die Leasinglaufzeit mehr als 75% der wirtschaftl.Lebensdauer? mit der Excelformel =WENN([Berechnung wirtschaftliche Lebensdauer in %]>75;1;0) Rückgabewert Boolean

Nun möchte man annehmen, dass es ohne Probleme möglich ist aus den gegebenen Variablen mittels berechneter Spalte und der Formel

=WENN(ODER([Rechtlicher Eigentümer bei Vertragsende];[Kauf-/ Übernahmeoption];[Beträgt der Barwert der Mindestleasingzahlung mind.90% des Zeitwertes?];[Beträgt die Leasinglaufzeit mehr als 75% der wirtschaftl.Lebensdauer?];[Gegenstand auf Unternehmen zugeschnitten]);“ Finance Lease“;“Operate Lease“)

die gewünschte Entscheidungsgrundlage zu errechnen. Wer dies ohne Hilfsfelder versucht, wird sehr schnell feststellen, dass SharePoint bei der Berechnung etwas falsch macht.

Die oben angezeigte Formel verlangt gleiche Datentypen – in Excel funktioniert die Formel mit den Werten 0 = Nein und 1 = Ja. Der Rückgabewert der beiden berechneten Spalten ist Boolean, ABER: lassen wir uns den Rückgabewert anzeigen, sehen wir, dass das Ergebnis der berechneten Spalten als Ja/Nein konfiguriert ist und auch Ja und Nein ausgegeben wird.

Schauen wir uns nun die Rückgabewerte der Boolean Felder an, sehen wir das ebenfalls Ja/Nein als Rückgabewert konfiguriert ist, und ebenfalls Ja/Nein ausgegeben wird. Obige Formel funzt trotzdem nicht.

Ok. Um dem Fehler auf die Schliche zu kommen konfiguriere ich Hilfsfelder, welche noch einmal expliziert alle Ausgaben anzeigen:

ecs_HelpBarwertMindest =([Beträgt der Barwert der Mindestleasingzahlung mind.90% des Zeitwertes ORIG?])

ecs_HelpBarwertMindest =([Beträgt die Leasinglaufzeit mehr als 75% der wirtschaftl.Lebensdauer ORIG?])

ecs_HelpGegenstandUnt =([Gegenstand auf Unternehmen zugeschnitten])

ecs_HelpGuenstKauf =([Kauf-/ Übernahmeoption])

ecs_HelpRechtlEigent =([Rechtlicher Eigentümer bei Vertragsende])

Der von der Formel zurückgegebene Datentyp ist jeweils Ja/Nein.


In der Tat ist die Anzeige der beiden Hilfsfelder für die Berechnung des Barwerts der Mindestleasingzahlung und die Berechnung der Leasinglaufzeit als 75% der wirtschaftl.Lebensdauer sehr interessant.

Für die als Boolean ist der Rückgabewert und die Anzeige: Ja/Nein

Für die beiden Berechnungen ist der Rückgabewert ebenfalls Ja/Nein – angezeigt wird 0/1.

Die Formel baue ich nun mit den Hilfsfeldern zusammen:

=WENN(ODER(ecs_HelpRechtlEigent;ecs_HelpGuenstKauf;ecs_HelpBerechWirtLeben;ecs_HelpBarwertMindest;ecs_HelpGegenstandUnt);“Finance Lease“;“Operate Lease“)

Auf Basis dieser Formel stimmt das Ergebnis und die Formel funktioniert wie in Excel:



Der Kunde möchte natürlich für die berechneten Felder eine Ja/Nein Anzeige. Daher wird in der Formel auch ein Feld mit dem Anzeigename + ORIG verwendet.

Für die korrekte Berechnung nach IFRS wird offensichtlich die Ausgabe 0/1 benötigt . Also verwenden wir wieder 2 Hilfsfelder:

Beträgt der Barwert der Mindestleasingzahlung mind.90% des Zeitwertes? =WENN(ecs_HelpBarwertMindest=1;“Ja“;“Nein“)

Beträgt die Leasinglaufzeit mehr als 75% der wirtschaftl.Lebensdauer? =WENN(ecs_HelpBerechWirtLeben=1;“Ja“;“Nein“)

Als Ausgabeformat wähle ich „Eine Textzeile“.

Problem gelöst – alle glücklich …

ecspand Consulting Schulung – Tag 2

Tag 2 der ecspand Consulting Schulung – d.h. heute gehen wir an´s eingemachte. Auf dem Plan stehen die Konfiguration des Storage Managers und eine Session zur Fehleranalyse und Fehlerbehebung der bereits installierten und konfigurierten Komponenten Image Service, Rendition Service, Process Manager sowie der in SharePoint konfigurierten Bestandteile. Im Anschluss der Fehlersession geht´s dann endlich an den Aktenplan (Record Organizer), die Konfiguration dazu im SharePoint sowie die Business Data Komponente. Viel XML ist gefordert. Codebeispiele dazu gibt´s von Johnannes.

Der Storage Manager arbeitet mit den verschiedensten Systemen zusammen, unter anderem NetApp, Centera und einige mehr. Weitere Adapter werden mitgeliefert.

Beeindruckend ist die einfache Bereitstellung des Suchcenters im SharePoint welches automatisch mit der Aktivierung des Features ausgerollt wird. Noch ist im Aktenplan WebPart nichts zu sehen. Doch das wird J

Für die Bereitstellung eines Aktenplan sind in der Praxis einige Vorarbeiten zu leisten. Johannes stellt uns dazu eine Excel Datei zur Verfügung mit der sich in einer Matrix Inhaltstypen, Metadaten und Aktenarten visualisieren lassen. Die eigentliche Aktenplan Konfiguration wird mittels XML durchgeführt. Im Vorfeld werden die benötigten Listen und Content Types auf Basis der Matrix im SharePoint angelegt. Auch hier gibt es wieder aus der Praxis Code Bespiele von Johannes damit wir es leichter haben.

Die Struktur lässt sich direkt nach dem Bereitstellen im SharePoint überprüfen. Wie gehabt ist bei der Bearbeitung von XML volle Konzentration gefordert.

Nachdem der Aktenplan aufgebaut wurde können erste Dokumente in Bezug gebracht werden. Die Aktenansicht ermöglicht neben der Darstellung aller zugehörigen Dokumente in der Akte (im Beispiel haben wir die Struktur Kundenakte + Projektakte) auch die direkte Darstellung des Dokuments über den Image Service! Klasse!

Im Anschluss wenden wir uns dem Business Data Service zu. Was macht der? Er legt für uns Eventgesteuert Akten an, füllt Metadaten automatisiert auf oder steuert die automatisierte Ablage von Dokumenten im System. Auch hier kommt wieder XML zum Einsatz.

Fazit: mit Hilfe des Record Organizers und des Business Data Services lassen sich zügig Aktenpläne in SharePoint realisieren. Der Business Data Service erlaubt die Automatisierung bestimmter Prozesse. ECM in Reinkultur! Was möchte der ambitionierte SharePoint User mehr! So wird die Ablage von Dokumenten SharePoint bedeutend erweitert und um viele nützliche Funktionen ergänzt.

ecspand Consulting Schulung – Tag 1

Heute war also der Start der ecspand Consulting Schulung in München – darauf gefreut habe ich mich schon seit meinem Start bei der Portal Systems Consulting in Potsdam! Doch der Reihe nach:

Aufgestanden bin ich um 4:40 Uhr, um 5:20 Uhr ging es dann mit dem Taxi Richtung Tegel Airport. Soweit so gut, der Flieger sollte eigentlich um 6:25 Uhr abheben, wegen Nebels in München standen wir bis 6:50 Uhr am Rollfeld – d.h. ich komme zu spät! Verdammt. Schnell also an Johannes noch eine Mail geschickt. In München angekommen ging es dann mit den Öffentlichen zum Messegelände – hier findet übrigens zurzeit die SharePoint Konferenz statt. Schade eigentlich – aber zerteilen kann man sich ja nicht. Um 9:20 Uhr war ich dann endlich im Schulungsraum bei der d.velop consulting & solutions. Mit der Einleitung hatte Johannes schon begonnen, verpasst hatte ich zum Glück nicht´s und beginne gleich die Vorstellungsrunde! Das Auditorium ist klein, insgesamt sind wir 5 Teilnehmer, so kann viel gelernt werden.

Sinn und Zweck der Veranstaltung: ecspand installieren und konfigurieren können! In den letzten Tagen hatte ich schon einiges zum Leistungsvermögen der Lösung gesehen. Aber was ist ecspand eigentlich? Ein kurzer Auszug aus der Website http://ecspand.de/Seiten/home.aspx dazu:

ecspand erweitert den SharePoint zur echten ECM-Plattform (in der Tat!)

Der SharePoint:
Microsoft SharePoint ist eine integrierte Suche mit Serverfunktionen, die dazu beitragen, die Effektivität einer Organisation und Zusammenarbeit zu verbessern: umfassendes Content Management, unternehmensweite Suche, Beschleunigung der Geschäftsprozesse und einfache, Bereichsgrenzen überschreitende, gemeinsame Daten- und Dokumentennutzung für einen besseren Einblick in die Unternehmensabläufe.

Enterprise Content Management (ECM):
Enterprise Content Management sind die Technologien zur Erfassung, Verwaltung, Speicherung, Bewahrung und Bereitstellung von Inhalten und Dokumenten zur Unterstützung von organisatorischen Prozessen. ECM Werkzeuge und Strategien erlauben die Verwaltung aller strukturierten und unstrukturierten Informationen und Dokumente eines Unternehmens.

ecspand ist das technologisch optimale Produkt für Microsoft SharePoint und bietet neben dem Standard Services, Produkte und fertig vorkonfigurierte ECM-Lösungen: alles einfach, alles komplett, alles auf einen Blick, alles revisionssicher – mit der vollen Integration der bekannten Office-Werkzeuge.

Eine Übersicht über alles ecspand-Lösungen finden Sie hier.

Das heutige Programm dazu war recht straff – Johannes erklärt alles sehr genau und gegen 15 Uhr laufen die ecspand Core Services mit dem Image und Rendition Service in SharePoint 2007 in meiner VM – Probleme Dienstprobleme sind dabei schnell gelöst. In der CA des MOSS2007 Systems findet sich dann auch gleich der ecspand Bereich:

Wir konfigurieren im Anschluss dann ecspand auch in der Websitesammlung und siehe da: ein erstes Dokument (docx) wird ohne Schwierigkeiten in PDF umgewandelt! Herrlich, eine Lösung die funktioniert!

Unerwartetes Verhalten der Lösung bei anderen Schulungsteilnehmern und auch ein meiner VM mit der Standard Dok Bib „Freigegebene Dokumente“ dienen uns gleich dazu, Fehlersuchszenarien durchzuspielen. Gut für die Prüfung am Freitag – Johannes gibt sehr nützliche Hinweise!

Den Storage Service haben wir heute leider nicht mehr geschafft – dafür geht es morgen früh eine halbe Stunde eher los. D.h. für jetzt: meine Testumgebung für eine ecspand 2010 Installation auf SharePoint 2010 weiter vorbereiten ( i like SP2010), Arsenal vs. Barcelona weiter gucken und dann ab ins Bett.

Stay tuned!